Sylvesterfreizeit Spiekeroog

Nachricht 02. Januar 2026

Sylvesterspaß auf Spiekeroog

Die Wolken rasen, das Meer brodelt. Gischt und Sand wehen in Augen und Mund. Doch plötzlich öffnet sich im großen Grau ein blauer Spalt. Und ein kräftiger Regenbogen erstrahlt über der Brandung bei Spiekeroog. Bewundert von 22 Menschen aus Hameln. Auch acht Gemeindeglieder aus Heilig Kreuz sind dabei.

Sie sind bei Eis und Nebel zur Silvesterfreizeit im Evangelischen Jugendhof gereist. Diakon Carsten Overdick hat das begehrte Haus 4 frühzeitig für fünf Tage reserviert. Vom fensterreichen Gruppenraum in den hohen Dünen nah am Strand lassen sich die vielen Akte des winterlichen Naturschauspiels wunderbar verfolgen. Auch ein echter Sonnentag ist dabei.

Im Haus ist es wohlig warm, nicht nur wegen der Heizung. Die Gäste zwischen 20 und 70 – viele trotz des höheren Alters zum ersten Mal auf einer solchen Freizeit - sind sofort eine große Familie. Alle packen mit an. Es wird miteinander gesprochen, gespielt, gelesen, gesungen, gebetet. Wer Lust hat, kommt schon vor dem Frühstück zur Gymnastik mit Seeblick und zum Schwimmen im Meerwasserbad.

Erstaunliches und Erbauliches über Ostfrieslands Kultur und Natur hören die Spiekeroog-Fans in der alten Inselkirche, im Nationalpark-Haus Wittbülten und beim abendlichen Quiz. Wer wusste vorher, dass manche Frauen hier Sardine und Männer Hering heißen und dass Ebbe und Ehe Vornamen für beide sind?

Stimmungsvoll ist die Andacht im beeindruckenden Holzzeltbau der Katholischen Kirche: Fast jeder findet „seine“ zuvor abgetastete Muschel aus der Masse blind wieder heraus. Die Strandfunde symbolisieren die Einzigartigkeit jedes Lebewesens.

Die in Teamwork organisierte Silvesterparty bietet eine reich gedeckte und geschmückte Tafel. Zu den Hits aus den Boxen tanzen gut gelaunte Leute und die bunten Effektlichter. „Spiekeroog – wir sind so froh“, schallt es durch die Räume.

Besinnlich wird es noch einmal beim gemeinsamen Jahresrückblick: Jede und jeder zeigt per privatem Foto ihren und seinen besonderen 2025er Moment. Berührende und beeindruckende Einblicke kombinieren sich zu einem einzigartigen Ganzen. Dass der Countdown des Jahres böllerfrei endet, stört niemanden – schließlich steht der Schutz der Wildtiere an erster Stelle. 

Schon am Abend zuvor hat Marina Tänzer Bewegendes von ihrer Pilgerreise auf dem nordspanischen Jakobsweg berichtet, ebenfalls reich bebildert. Und am Abend danach überrascht Marktkirchen-Küster Michael Bräunig mit poetischem Talent: Während des Krimi-Dinners reimt er in seiner Rolle als Dichter aus dem Stegreif heraus über Spiekeroog. Beim tosenden Applaus ahnt niemand, dass ausgerechnet er der gesuchte Schurke ist.

Während der Schlussandacht am Abreisetag zeigt sich noch einmal die allgemeine Begeisterung für diese besondere Unterkunft, das harmonische Miteinander, die kreativen Beiträge, die Inselatmosphäre. Wetterbedingt hat die Reederei es nicht leicht, die Neujahrstouristen wieder an Land zu bringen. So bleibt unerwartet noch Zeit für Suppe und Sanddornpunsch in der Dorfmitte. Eine gerne genossene Zugabe.